21/08/2014

Kleine Zeitung: Das Tschaikowsky Orchester Moskau unter Vladimir Fedoseyev im Congress Center

 

Kleine Zeitung

20 August 2014

CARINTHISCHER SOMMER

Spannungsgeladen bis zum finale Feuerwerk

 

Author: Helmut Christian

 

Das Tschaikowsky Orchester Moskau unter Vladimir Fedoseyev im Congress Center

Leicht hat er es sich wahrlich nicht gemacht, denn das Klavierkonzert in fis-Moll von Alexander Skrjabin gilt als extreme pianistische Herausforderung.

Aber Andrey Korobeynikov bewältigte dieses Werk beim Carinthischen Sommer mit Bravour: Da radierten die Läufe nur so dahin, da saßen auch alle extrem weiten Griffe absolut sicher und die dunklen Farben strömten herrlich. Nicht umsonst gilt der auch diesmal umjubelte reifer wirkende 28-jährige Russe als großes Versprechen für die zukünftige, pianistische Zunft. Und dann folgte noch dieses diffizile Virtuosen-stückl „Vers la flamme“ (Skrjabin) als Zugabe...

 

Schicksalhaft

Auch im Tschaikowsky Orchester Moskau unter Vladimir Fedoseyev wurden die dunklen Valeurs und Stimmungen wunderbar herausgearbeitet ebenso wie beim anfänglichen Skrjabin Präludium „Reverie“.

Und dann erklangen beinahe unerträglich die schneidenden Streicher, immer wieder von schweren, ' hineinfahrenden Fanfaren brutal unterbrochen. Denn über allem steht bei Peter I. Tschaikowskys 4. Symphonie das unausweichliche Schicksal.

Diese schicksalsschwere Grundhaltung kam beim russischen Orchester unter seinem ständig animierenden Chefdirigenten ideal zur Geltung: Nach einem etwas zu gemütlichen Beginn wurde spannungsgeladen mit satten Streicher- und fetten Bläserklängen musiziert, wobei sich der Wechsel von zarter Lyrik mit fortwährend anheizender Dynamik zu wilder Leidenschaft faszinierend widerspiegelte.

Schließlich gab es noch ein finales Feuerwerk, denn man war sichtlich in Spiellaune. Für den tosenden Applaus bedankte man sich mit gleich drei Zugaben: Mit dem melancholischen Walzer aus dem „Schneesturm“ von Swiridow, dem mitreißenden Tanz aus „Schneeflöckchen“ von Rimsky-Korsakow und dem feurigen „Spanischen Tanz“ aus Tschaikowskys „Schwanensee“.